• Lebenshilfe Blog

    Aktuelles und Interesantes über Problemsituationen unterschiedlichster Art ... und mögliche Lösungsansätze

OKTOBER 2019

Psychosomatische Beschwerden

Es gibt eine Vielzahl an körperlichen Beschwerden, die durch momentane Belastungen im Leben ausgelöst werden können. Stress steigert die Bildung von Entzündungsenzymen. Dadurch sinken die Abwehrkräfte des Körpers.Bei durch Stress ausgelösten Symptomen ist eine psychologische Beratung durchaus ratsam.

Typische Beschwerden sind:
- Bauchschmerz, Reizdarm, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, „saurer“ Magen
- Kopfschmerz, Ohrgeräusche, Schwindel, Zähneknirschen, Brennen im Mund
- Verspannungen im Wirbelsäulenbereich, Krämpfe, Atemlosigkeit, Brustschmerz
- hoher Blutdruck
- häufiger Harndrang, vaginaler Ausfluss, Menstruationsbeschwerden
- Hautveränderungen als Abgrenzungsprozess
- Hals- Nasen- und Stimmproblematiken
- Zittern, Schwitzen

Vor der Beratung ist es wichtig, alle organische Ursachen auszuschließen.

In der Psychosomatitik wird unterschieden zwischen
- psychosomatischern Symptomen und
- psychosomatischen Störungen

Psychosomatische Störungen gehören in ärztliche und psychotherapheutische Therapie.

Nach DSM-V (diagnostischer und statischer Leitfaden für psychologische Störungen) sind diese gekennzeichnet durch:
- Auftreten einer Vielzahl ( mindestens 8 Symptomen ) unterschiedlicher Beschwerden
- dieses in mindestens 4 verschiedenen Bereichen
- erste Symptome bestehen schon vor dem 30. Lebensjahr
- Anhalten der Beschwerden über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren
- erhebliche Beeinträchtigungen in der Lebensführung
- organische Verursachung der Beschwerden ist ausgeschlossen

AUGUST 2019

Mobbing

Mobbing ist definiert als negative kommunikative Handlung, die gegen eine Person gerichtet ist (von einer oder mehreren Personen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und die damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen. Man spricht von Mobbing, wenn die Mobbinghandlungen mindestens ein halbes Jahr andauern und mindestens einmal pro Woche vorkommen.

Irene arbeitet seit drei Jahren in der Schadensbearbeitung einer Versicherung. Das Büro teilt sie sich mit vier anderen Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter. Sie mochte ihre Arbeit und kam mit allen KollegInnen immer gut aus. Mit einer Kollegin hat sich sogar eine Art Freundschaft entwickelt. Diese ist allerdings vor einigen Monaten in Mutterschutz gegangen und wurde von Martina ersetzt.

Anfangs schien alles gut zu funktionieren. Irene unterstützte Martina in deren neuen Aufgabengebiet, wo sie nur konnte, was auch sehr dankbar angenommen wurde. Oft hörte sie, dass Martina es ohne ihre Unterstützung gar nicht schaffen würde. Doch mit der Zeit veränderte sich Martinas Verhalten ihr gegenüber. Sie pickte sich immer mehr die angenehmeren oder interessanteren Arbeitsaufträge heraus und schanzte die anderen eher Irene zu.

Irene suchte das Gespräch mit Martina, die jedoch nur darüber lachte und fand, dass Irene sich das nur einbilden würde. Irene sprach den gemeinsamen Chef darauf an, der allerdings nur meinte, dass die Damen diese Angelegenheit bitte unter sich ausmachen mögen. Die Atmosphäre zwischen Irene und Martina wurde zunehmend schlechter und dann begann Martina auch noch die anderen Kollegen auf ihre Seite zu bringen.

Irene wurde zunehmend aus der Gruppe ausgeschlossen. Die Kollegen tuschelten hinter ihrem Rücken oder Gespräche wurden abgebrochen, sobald Irene ins Zimmer kam. Ihr wurden vielsagende Blicke zugeworfen oder die Augen verdreht, wenn sie etwas sagte. Manches Mal waren ihre Akten nicht mehr auffindbar, so dass es zu Ärger mit dem Chef kam, da dieser ihr dann vorwarf, immer schlampiger zu arbeiten.

Irene fühlte sich täglich unwohler im Büro und je unsicherer sie wurde, desto schlimmer wurde die Situation. Sie bekam Kopfschmerzen, wenn sie Montag dachte, schlief immer schlechter und sogar Appetitlosigkeit stellte sich ein.

Was ist in so einem Fall zu tun?

Alles erstes sollte Irene sich Hilfe und Beratung suchen. Es empfiehlt sich, in einer sogenannten Mobbing Checkliste fest zuhalten, welche Mobbinghandlungen tatsächlich vorgekommen sind. Ganz wichtig ist es auch, ein Mobbingtagebuch zu führen, in dem man genau aufschreibt, wann was vorgefallen ist und wer das eventuell bezeugen könnte. Checkliste und Tagebuch gibt es z.B. bei der Arbeiterkammer zum downloaden und ausdrucken. Außerdem können über die Arbeiterkammer auch rechtliche Schritte gegen die Täter eingeleitet werden.

In der Beratung hat Irene zunächst einmal in einem geschützen Rahmen die Möglichkeit, sich aus zusprechen. Hier wird sie ernst genommen. Hier kann sie Möglichkeiten kennen lernen, was sie selbst tun kann, um den Mobbingattacken entgegen zu wirken. Je nachdem, was Irene braucht, können diese die Kommunikation betreffen, das Erlernen von Entspannungstechniken oder auch das Steigern des eigenen Selbstbewußtseins sein. Denn den besten Schutz vor Mobbing bietet immer noch eine stabile, selbstbewusste Persönlichkeit...

JULI 2019

Pensionsschock

Wolfgang hat seinen Job gemocht. Ja, er ging täglich gern zur Arbeit. Er hätte auch gern noch ein paar Jahre drangehängt, aber das war firmenseitig leider nicht möglich. Jetzt ist er seit vier Monaten zu Hause und ihm ist langweilig, er fühlt sich nicht ausgelastet, unterfordert. Dabei war er ein so taffer, eloquenter Mitarbeiter, aber jetzt zu Hause mit eigentlich viel Zeit, bekommt er nichts wirklich fertig.

Er beginnt täglich verschiedene Dinge, von denen aber nichts wirklich fertig wird. Am Ende des Tages hat er drei angefangene Baustellen...
Ihm fällt allmählich die Decke auf den Kopf. Er fürchtet sich schon vor der kalten Jahreszeit, wenn er nicht mal mehr in den Garten ausweichen kann. Dann werden seine Frau, die er eh liebt, und er nur noch aufeinander picken.
Was passiert hier und welche Möglichkeiten hat Wolfgang?
Für viele Menschen ist eine plötzliche Lebensveränderung wie ein Schock. Eine langjährige Lebensstruktur bricht auf einmal weg. Viel Zeit, Energie und Engagement sind hier eingeflossen. Plötzlich hat man viel mehr Zeit, die jedoch mit neuen Zielen, Inhalten und sinnvollen Tätigkeiten gefüllt werden muss.
Hat man sich zeitlich und geistig extrem auf den Beruf konzentriert, bleibt danach oft nicht mehr viel Lebensinhalt.
Was hat ihm der Beruf gegeben, das ihm jetzt fehlt? Anerkennung, zeitliche Struktur und natürlich viel Selbstwert. Fällt das nun weg, bleibt die Angst, vielleicht allein als die Person Wolfgang nicht mehr zu genügen, nicht mehr gebraucht zu werden. Wer sieht jetzt noch zu ihm auf?
Es ist für Wolfgang sicher sinnvoll, solche Themen mit seinem nächsten Umfeld zu besprechen, um auch in seiner aktuellen Not verstanden zu werden.
Eine Beratung kann hier helfen wieder neuen Halt, Strukturen und Sinnerfüllendes zu finden.

JUNI 2019

Mein Partner versteht mich nicht

Der Haussegen hängt schief, sie schäumt vor Wut. Er war wieder einmal so lange im Büro, obwohl sie doch schon seit Wochen gemeinsam Theaterkarten haben. Wie konnte er die Verabredung mit seiner Frau so einfach vergessen? Und er fühlt sich unverstanden, da er doch nur so viel arbeitet, um die Familie finanziell abzusichern. Und wird ... natürlich auch wütend.

Wenn wir Wut nun nicht einfach ausleben und den schönsten Streit herauf beschwören, sondern unsere Emotionen als Wegweiser begreifen können, stellt sich nun die Frage: "Was genau will uns unsere Wut mitteilen?"

Hinter der Wut liegt die Enttäuschung darüber, für den Anderen einfach nicht wichtig genug zu sein, nicht die „Number One“. Der Verzweiflung darüber in den eigenen Gefühlen nicht verstanden zu werden. Das macht uns traurig und einsam innerhalb der Zweierbeziehung. Insbesondere wenn man die kindlichen Erfahrungen gemacht hat, nicht geliebt zu werden so wie man ist, haben wir leicht das Gefühl, dem Partner nicht zu genügen.
Das weckt Bindungsängste. Doch diese sind im Gehirn durch neue, gute Erfahrungen sozusagen überschreibbar.

Wenn wir es in der Beziehung schaffen, uns dem Partner auch in diesen Gefühlen der Enttäuschung und Einsamkeit in der Zweisamkeit zu öffnen, kann sich bei uns eine Geborgenheit einstellen, die Sicherheit schafft und die Ängste vor dem Verlust der Beziehung nimmt. Und dann bleibt ein vergessener Theaterbesuch auch nur eine vergessene Uhrzeit im Kalender und keine Bedrohung unserer Beziehung!

MAI 2019

Druck erzeugt Abwehr

Renate kann schon nicht mehr sagen, wie oft sie ihrem Partner Mario gebeten hat, doch endlich wegen seiner zunehmenden Rückenschmerzen zum Arzt zu gehen. Aber... Mario geht nicht, meint, es sei eh nicht so schlimm. Sie bittet, bettelt, drängt, dann schimpft sie mehr und mehr. Und was passiert? Gar nichts, außer, dass der Haussegen jetzt auch noch schief hängt. Mario wird immer genervter und lehnt einen Arztbesuch immer beharrlicher ab. In ihrer Sorge um seine Gesundheit macht Renate schließlich selbst einen Termin für ihn aus. Diesen sagt Mario entrüstet wieder ab - sie solle ihn nicht so bevormunden.

Wer kennt solche oder ähnliche Situationen nicht aus der eigenen Partnerschaft? Aber was passiert hier eigentlich?
Sie macht sich Sorgen um seine Gesundheit, doch je mehr sie drängt, desto mehr fühlt er sich unter Druck gesetzt und reagiert mit immer stärker werdender Abwehr.
Wer von uns lässt sich schon gern unter Druck setzen? Kennen wir das nicht schon zur Genüge aus unserer Kindheit? Durch diesen Druck entsteht eine Abwehrhaltung gegen die empfundene Dominanz des Anderen.
Was also tun?
Nachdem Renate ihn nicht mehr drängt und schimpft, sondern Mario erklärt, dass SIE sich Sorgen macht und dass es IHR nicht gut geht mit der Situation, also ihn mit ICH-Botschaften anspricht, fällt es auch ihm leichter, seine Abwehr gegen das von ihm empfundene sich Unterordnen zu sollen, ablegen.

 

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